Danke, Politik - Ein Rückblick auf die Sarrazin-Debatte

Es kommt nicht so oft vor, dass sich Menschen bei Vertretern dieser Berufsgattung bedanken: den Spitzenpolitikern. In den vergangenen Wochen aber ist mir als Muslimin dieser Gedanke ein ums andere Mal durch den Kopf gegangen. Während sich bis heute diverse Zeitgenossen bei der Suche abmühen, auch noch das letzte Körnchen Wahrheit in Thilo Sarrazins Äußerungen zu finden, um ihn als wichtigen Stichwortgeber dieser Tage feiern zu können, kamen von ihrer Seite recht zügig deutliche Zurückweisungen. Ob die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Merkel, ob der SPD-Chef Gabriel, die Grünen-Fraktionschefin Künast, der FDP-Vorsitzende Westerwelle oder der CSU-Politiker und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Glück. Sie alle erhoben relativ spontan ihre Stimme, denn Ihnen war klar, dass Sarrazins Vorgehensweise zumindest kontraproduktiv ist.

Dafür bekamen sie später von allen Seiten Schelte. Einige wähnten Angriffe auf die Meinungsfreiheit, andere verorteten Politiker gleich in der Reichsschrifttumskammer. Auch von einer Hetzjagd auf Sarrazin war die Rede. Ich schätze, Sarrazin selbst hat sich derweil heimlich ins Fäustchen gelacht. Das alles klingt ja auch in der Tat absurd, wenn ein Autor größere mediale Aufmerksamkeit erhält als jeder bisherige Literaturnobelpreisträger. Für Sarrazin lief alles nach Plan. Man solle doch erst einmal das Buch lesen, hieß es. Was kann einem Autor, einem Verlag besseres geschehen als Prominente, als Titelschlagzeilen und Prime-Time-Fernsehshows, die allesamt erst mal zum Lesen ihres Buchs auffordern. Ein perfekter PR-Coup. Im Lehrbuch für Public Relation dürfte Sarrazin ein Platz sicher sein. Selbst im privaten Umfeld wurde man keck angestoßen: „Und, Sarrazin schon gelesen?“ Nein, und ich bekenne hiermit, ich werde dieses Buch auch niemals lesen.

Warum auch? Bringt es mich weiter – etwa mit neuen Informationen? Nein. Stehen darin konstruktive Lösungsvorschläge? Nein. Ist es ein Lesevergnügen? Nein. Ist der Autor eine Koryphäe auf dem Gebiet der Integration? Nein. Im Nachhinein distanzieren sich selbst Wissenschaftler, auf die sich Sarrazin beruft von dessen abenteuerlichen Schlussfolgerungen. Warum soll man sich also die verquaste Zahlenjonglage eines Bundesbankvorstands und ehemaligen Finanzsenators anschauen, der sich mit Genetik, Integration und islamischer Religion/Kultur befasst. Wenn ich etwas über Astrophysik lesen will, greife ich auch nicht zu einem Theologen, sondern zu einem Astrophysiker.

Man mag nun einwenden, dann sollte ich mir auch ein Urteil über das Buch ersparen. Ich darf kurz daran erinnern, wie das Buch eingeführt wurde. Bereits im Interview mit „Lettre International“ vor einem Jahr hatte Sarrazin erklärt, dass „eine große Zahl an Arabern und Türken keine produktive Funktion hat, außer für den Obst- und Gemüsehandel“ und: „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate?“ Dann folgten in großen deutschen Medien ausführliche Auszüge aus dem Buch, die es in dieser Breite zuvor selten – wenn überhaupt – gegeben hat und die seine Grundannahme vom Grundübel der muslimischen Einwanderung untermauerten. Erst als die zentralen Botschaften des Buches bereits in aller Munde sind, stellt Thilo Sarrazin das Werk offiziell vor. Und plötzlich relativiert er Aussagen, zitiert nur noch Fakten und tut so, als ob es ihm tatsächlich nur um die Integrationsprobleme gehe. Er verallgemeinere gar nicht; das stehe so nicht in seinem Buch; das  habe er so nicht geschrieben. Dieses dürften die häufigsten Sätze gewesen sein, die er bei seiner Tour durch die Redaktionsstuben und Sendestudios von sich gegeben hat. Es scheint, als sei er inzwischen selbst ein Opfer seiner eigenen PR-Strategie geworden. Zuerst Pauschalurteile propagieren und sich dann auf Halbwahrheiten zurückziehen, ist eben ein gefährliches Spiel mit dem ideologischen Feuer.

Wer Sarrazins vorab veröffentlichte Kernthesen mit etwas Verstand und Hintergrundwissen betrachtet, ahnt bereits, dass sie nicht haltbar sind.  Wer sich darüber hinaus schon mal mit Statistiken zu dem Thema befasst hat, weiß, dass Sarrazin Daten aus dem Zusammenhang reißt, ihm nicht zuträgliche Informationen unterschlägt oder falsche bzw. nicht gedeckte Schlussfolgerungen aus dem von ihm benutzten Material zieht.  Das Buch zu lesen mag für diejenigen interessant sein, die sowieso die gleichen Ansichten vertreten wie er und die lediglich nach einer (vermeintlichen) Bestätigung suchen. In Fachkreisen wird sein Buch jedenfalls keinen Einfluss gewinnen.

Also: Danke nochmals an die Politiker und all jenen, die direkt zu Beginn der Debatte öffentlichkeitswirksam Stellung bezogen. Danke, dass sie die Grundprinzipien unserer Verfassung verteidigt und sich vor die Minderheit in Deutschland gestellt haben. Ihr Gewicht in der Debatte war wichtig, da sich die Mehrheit unserer Mitbürger, die Sarrazins Thesen für nicht tragbar hält, nur unzureichend zu Wort meldete.

Es heißt immer, dass so viele Sarrazin zustimmten. Ich wage dies zu bezweifeln. Gewiss erhält er Zuspruch. Der alte Blut-und-Boden-Gedanke ist nach wie vor verbreitet. Aber bei Stammtisch-Debatten melden sich natürlicherweise zuvorderst Menschen zu Wort, die auch an den Stammtischen dieser Republik Platz nehmen. Leute, die sich von einfachen Parolen angesprochen fühlen, lassen sich leichter mobilisieren. Ich kann verstehen, dass sich entspannte Zeitgenossen von solchen hyperventilierenden Diskursen lieber kopfschüttelnd fernhalten. Gleichzeitig wird dadurch den Schreihälsen jedoch die zentrale Position auf dem Spielfeld überlassen. Während sich die meisten denken, was für ein Unsinn und ihres Weges gehen, greifen diese zum Telefonhörer, zu Papier und Stift oder zur Tastatur und verleihen ihrer Empörung Ausdruck. Endlich kann man mal wieder Klartext reden – und es ist auch noch en vogue. Zugleich korreliert dieses Verhalten mit einem besonders unter so genannten Islamkritikern auftretenden Phänomen: sich gegenseitig dazu anzustacheln, einen oder gleich mehrere Lesebriefe, Emails oder Postings zu schreiben. Bei manchen Journalisten kommen auf diese Weise zahlreiche „Eingaben“ an, die fälschlicherweise suggerieren, da draußen gebe es eine breite Meinungsfront.

Dummerweise muss man sagen, hat sich die Strategie letztlich durchaus erfolgreich erwiesen. Die Schreihälse trieben fast alle und jeden vor sich her. So fanden sich im Laufe der Debatte auch zunehmend in Medien, die den Sarrazin-Hype zunächst nicht mitmachen wollten, Stimmen, die meinten: Ja, also der Sarrazin hat ja nicht in allen Punkten Unrecht und außerdem stimmen ihm ja auch noch so viele Menschen zu, die überhaupt nicht ausländerfeindlich seien. Auch unter Politikern führte die Strategie der so genannten Islamkritiker hier und da zu einer halben Rolle rückwärts. So bemühten sich einige auf einmal zu betonen, wie kompromisslos die Politik künftig mit „Integrationsverweigerern“ unter den Einwanderern umspringen müsse. Darüber, wie denn die Politik künftig mit „Intergrationsverhinderern“ in der Aufnahmegesellschaft umspringen müsse, hörte man hingegen nichts.  Bereits vier Wochen nach Sarrazin scheint sich also der Eindruck zu bestätigen, dass die ganze Aufregung mal wieder nichts Positives gebracht hat – selbst die von vielen freudig begrüßte Aufmerksamkeit für die Probleme der Integration kamen über ein kurzes Spotlight nicht hinaus; inzwischen stehen nämlich längst wieder andere Themen ganz oben auf der politischen Agenda.

(siehe hier zu auch migazin.de)

***ältere Kommentare***

    Gülsen Celebi sagt:
    30. September 2010 um 12:02

    Ein sehr guter Artikel. Danke.
    Wer entscheidet, ob jemand integriert ist oder nicht? Also, ich kenn da aber ganz viele Deutsche, die sich nicht integriert haben. Die mögen keine Pizza, keinen Döner und tragen meist eine Glatze… Das ist die Lebensrealität. Ich finde es toll, dass mich meine Freunde mit italienischer, griechischer, spanischer, polni…scher…. Migrationsgeschichte positiv inspirieren. Deutschland ist nicht mehr das Deutschland von vor 40 Jahren…und Deutschland selbst hat sich bereits an seine Migrationsgeschichte seit Generationen bzw. Jahrhunderten gewöhnt…nur einige wenige Deutsche noch nicht, die dann auch laut schreien, neeeeeeeeee Thilo, du Deutscher mit Migrationsgeschichte:)
    Clara Schwarze sagt:
    30. September 2010 um 20:06

    Sehr geehrte Frau Kaddor,
    mit diesem Blog-Eintrag habe ich schon Schwierigkeiten, und mit der Antwort von Gülsen Celebi ebenfalls.

    Es gibt deutsche Werte wie die Freiheit von Presse, Lehre und Wissenschaft. Diese Werte sind nicht verhandelbar, da sie wichtige Institutionen unserer Vorstellung von Demokratie sind und auf einer jahrhundertealten Entwicklung beruhen.
    Diese Freiheiten dürfen nur dann eingeschränkt werden, wenn es sich um verfassungsfeindliche Äußerungen handelt, aber selbst dann wird, wie im Fall beispielsweise der DVU oder auch einiger islamistischer Krachmacher die Einschränkung der Meinungsfreiheit sehr vorsichtig betrachtet.
    Dass Politik und Presse fast geschlossen gegen ein Buch vorgehen ist ein Bruch mit diesen Werten und aus meiner Sicht sollten Sie mit solchen Äußerungen etwas vorsichtiger sein, bzw. etwas genauer recherchieren, da sie es möglicherweise tatsächlich nicht wissen. Ich bezweifle nicht, dass Sie wissen, dass Presse- und Publikationsfreiheit wichtig ist. Aus Ihrem Blog geht aber hervor, dass Sie nicht wissen, warum er eine so fundamentale Säule unseres Demokratie-Verständnisses ist.

    Nun der zweite Punkt:
    Sie schreiben, dass Sarrazin viel Zuspruch erhalten würde, weil der deutsche Blut und Boden-Gedanke nach wie vor verbreitet sei. Dies ist keine glückliche Wortwahl und als Analyse ebenfalls problematisch: Wenn der “Blut-und-Boden”-Gedanke, der ja ein Nazi-Begriff ist, verbreitet wäre, dann würden Sie vermutlich eher nicht in Deutschland leben. In jedem Fall beleidigen Sie damit sehr viele Deutsche, wie mich, die ihren Blog eher wohlwollend und im Interesse an Ihrer Arbeit lesen.

    Die Äußerung von Gülsen Celebi ist ebenfalls nicht so ganz unproblematisch, denn die Bereitschaft der meisten Deutschen, ohne Migrationshintergrund, in ihrem Land zur Minderheit zu werden,
    ist nicht allzu groß ausgeprägt. Dass ist ja gerade der Grund, warum viele Deutsche Herrn Sarrazins Buch kaufen.

    Und Nazi-Gedankengut ist tabu. Das wissen wir alle. Das darf aber nicht dazu führen, dass alles Deutsche zur Nazi-Kultur erklärt wird, denn Deutschland ist mehr und die Geschichte ist länger. Möglicherweise sind Ihnen diese Gedankengebäude nicht gar nicht so bewusst, weil die 68er-Generation sich in einer Art absoluter Ablehnung aller deutschen Werte befand und Sie vermutlich in erster Linie solche Lehrer in der Schule haben, und auch in Presse und Wissenschaft heute solche Meinungen noch immer sehr dominieren.

    Hierauf beruht auch eine Hierarchie der Werte, in der die Freiheit von Presse, Lehre und Publizistik und auch die Gewaltenteilung eine entscheidende Rolle spielt. Diese Freiheiten dürfen nur dann eingeschränkt werden, wenn das, was publiziert werden soll, absolut verfassungsfeindlich ist.
    Das ist das Buch von Thilo Sarrazin aber nicht. Es gibt eine Meinung wieder und es steht jedem frei, dagegen zu argumentieren. Natürlich kann man anmerken, dass Herr Sarrazin als Ex-Bundesbankchef eine große Verantwortung trägt und möglicherweise in seinem Buch verallgemeinert hat und dies, in den Worten Merkels, nicht hilfreich, vielleicht auch beleidigend ist.
    Das ist aber kein Grund, es zu verbieten. Dass die Bundeskanzlerin sich einmischt, und die gesamte Politik versucht, ein Buch zu tabuisieren, ist ebenfalls problematisch.

    Diese Meinung haben viele Deutsche und viele Europäer. Ich weiß nicht, wie viele es sind, aber ich möchte Sie bitten, hier mit Respekt vor UNSEREN Werten und UNSERER Kultur zu zeigen.

    Ein unabdingbarer deutscher Wert ist beispielsweise auch die Presse-, Meinungs- und Publikationsfreiheit. Daher ist es aus meiner Sicht schon problematisch, wie die Politik auf Sarrazins Buch reagiert hat, ganz unabhängig davon, ob man nun seiner Meinung ist oder auch nicht.
    Claus sagt:
    1. Oktober 2010 um 19:23

    Das Problematischste an der Meinungsfreiheit ist meiner bescheidenen Erfahrung nach, dass hin und wieder mehrere Ansichten einander widersprechen. Das kann zu Verwirrung führen. Ein unhaltbarer Zustand, dem entgegenzuwirken ist. Schauen wir mal:

    Verwirrung 1: Es sei ein Bruch mit deutschen Werten (Pressefreiheit etc.), wenn Politik und Presse geschlossen gegen ein Buch vorgingen.

    Leider falsch, weil diese Freiheiten eben auch bedeuten können, dass alle derselben Meinung sind (und diese dann äußern). Übrigens waren gar nicht alle einer Meinung; aber da kommen wir in den Bereich des Faktischen, was zu normativ werden könnte, um sich mit der freiheitlichen Tieffliegerei Thilo Sarrazins vertragen zu können.

    Verwirrung 2: Der Hinweis, der “Blut-und-Boden-Gedanke” sei nach wie vor verbreitet, sei eine Beleidigung vieler Deutsche.

    Nun, Fakten können schmerzen, aber nicht beleidigen. Siehe NPD, DVU. Aus wissenschaftlicher Sicht s. Wilhelm Heitmeyer und viele weitere. Frau Kaddor sprach - wenn Sie, liebe Frau Schwarze, noch einmal nachlesen möchten – an der Stelle ausdrücklich nicht von der Mehrheit (die Mehrheit seien Bürger, die Sarrazins Thesen für nicht tragbar halten).

    Damit wäre auch gleich Verwirrung 3 entsorgt, die zu dem Irrglauben führt, alles Deutsche würde zur Nazi-Kultur erklärt. (Vielleicht darf ich zudem darauf hinweisen, dass Frau Kaddor Deutsche ist; und meiner Einschätzung nach keinerlei Interesse daran erkennen lässt, eine Nazi-Kultur zu befördern.)

    Verwirrung 4: Die Deutschen hätten kein ausgeprägtes Interesse, in ihrem Land zur Minderheit zu werden.

    Auch dem muss, immer diese Fakten!, widersprochen werden. Es ist gar schlimmer, und diesmal hat sogar Thilo Sarrazin recht: Bei einer (stabilen) Reproduktionsrate von 1,4 wird sich Deutschland in der Tat abschaffen. Ganz ohne Fremdeinwirkung.

    Verwirrung 5: Jedem stehe es frei, gegen die Meinung Thilo Sarrazins zu argumentieren. Wenn sich allerdings die Bundeskanzlerin einmischt, sei dies problematisch.

    Nun ja, Bundeskanzlerin Merkel ist Mitglied einer Partei, und wenn ich einen Blick ins Parteiengesetz werfe, dann steht da: “Parteien sind Vereinigungen von Bürgern, die dauernd oder für längere Zeit für den Bereich des Bundes oder eines Landes auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen…”

    Halten wir also fest – da niemand das Buch Herrn Sarrazins verbieten möchte – dass Frau Merkel, Frau Kaddor und etliche weitere schlicht “Respekt vor unseren Werten und unserer Kultur” zeigten.

    Immer zu Diensten und viele Grüße

    Claus
    auguste sagt:
    1. Oktober 2010 um 20:02

    @ Frau Schwarze,
    ein kritisiertes ist weder ein tabuisiertes noch ein verbotenes Buch - und wenn “die” Politik Sarrazin widersprochen hat, so durfte sie das. Schauen Sie mal die Verkaufszahlen an, die dürften Sie darüber beruhigen, dass die “Tabuisierung” wenig Auswirkungen hatte.
    Die Presse-, Meinungs- und Publikationsfreiheit ist durch Kritik nicht angegriffen, auch durch die Kritik von Politikern nicht. Auch diese Leute dürfen sagen und publizieren, was sie denken.
    Bayerhammer sagt:
    2. Oktober 2010 um 12:57

    @august
    sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich hoffe, dass sich die hehren Kämpfer für die Meinungsfreiheit, das mal hinter die Ohren schreiben…
    Otto Z. sagt:
    2. Oktober 2010 um 16:38

    Der Umgang der Sarrazinbefürworter mit dessen Buch erinnert mich an den Umgang der Muslime mit dem Koran:

    “Das ist falsch zitiert, das ist eine falsche Übersetzung, das ist aus dem Zusammenhang gerissen, das kann man so nicht sehen, sie haben es nicht gelesen, nicht ganz gelesen, nicht genau genug gelesen…”

    Irgendwie habe ich den Eindruck, daß es Menschen gibt, die das islamische Vorgehen für sich adaptiert haben und nun anwenden – nur halt andersherum, als die Muslime.
    Claus sagt:
    3. Oktober 2010 um 01:04

    @Otto Z.

    Einstein hat mal behauptet, der Kopf sei rund, damit die Gedanken leichter die Richtung ändern können. Bei manchem geht das so fix, dass einem schwindlig werden könnte:

    “Thilo Sarrazin sagt nur die Wahrheit.”
    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=69&cpage=1#comment-212

    @auguste

    Kann mich Bayerhammer nur anschließen. Wenn ich gewusst hätte, dass Sie schon an der Tastatur sitzen, hätte ich mir mein Geschreibsel sparen können. :)

    Viele Grüße
    Claus
    N.N.Kater sagt:
    10. Oktober 2010 um 00:25

    @Otto Z.

    Ziemlich dummer Vergleich, Koran und Sarrazin!

    Der Koran ist Jahrhunderte alt und sehr schwer übersetzbar. Da kann es schon zu Schwierigkeiten bei der Interpretation kommen. Ist bei den anderen alten, religiösen Schriften nicht anders.

    Wie kann man das mit Opa Thilo vergleichen? Ist er inzwischen zum Propheten ernannt worden?
    Hatem sagt:
    10. Oktober 2010 um 08:06

    Sehr geehrte Frau Kaddor,
    wir alle sollten Thilo Sarrazin dankbar sein, dass er die Debatte angeschoben hat über Dinge, über die jahrelang gar nicht gesprochen werden durfte. Und bei dem Politiker aller Parteien sich im Totschweigen oder Schönreden gegenseitig überboten.

    @Gülsen Celebi
    Sie wollen offensichtlich nicht begreifen, was Integration bedeutet.
    Dabei geht es nicht darum, ob man lieber Bockwurst oder Pizza mag.
    Sondern, dass man die Sprache des Landes lernt, in das man kommt. Und sich an die Gesetze hält, statt die Scharia über das Grundgesetz zu stellen, wie es leider viele Muslime tun.

    MfG
    Hatem
    Lydia sagt:
    11. Oktober 2010 um 12:36

    @ Hatem

    1. Also, ich wüßte nicht, wer wann wem in der BRD konkret untersagt haben sollte, über bestimmte Themen zu reden. Das ist Blödsinn.

    Sie haben gewiß insofern recht, als jetzt - nach Sarrazin mehr als vorher - das unsägliche braune Gesocks wieder aus seinen Löchern hervorkommt. Aber daß ausgerechnet ein Araber das als Ausdruck von Mut und Fortschrittlichkeit feiern kann, ist sträflicher Leichtsinn.

    2. Zu dem, was Sie an G. Celebi geschrieben haben:
    Wer genau kann denn kein Deutsch? Wer genau stellt denn die Scharia über das GG? Kennen Sie diese Menschen persönlich? Können Sie belegen, was Sie da sagen?

    Tatsache ist: Die ersten EinwanderInnen wurden von den entsprechenden Büros vor Ort in ihren Ländern gezielt deswegen ausgesucht, weil sie AnalphabetInnen waren. Der Grund lag darin, daß sie die Arbeiten übernehmen sollten, die wir Deutschen nicht unbedingt machen wollten. Deren Kinder und Kindeskinder bevölkern inzwischen die Universitäten. Und manche versuchen wenigstens, trotz aller Hindernisse hier Karriere zu machen (ich kenne einige davon tatsächlich persönlich).

    Und ich denke, daß die ganze Sarrazin-Debatte letzten Endes auch eine Neid-Debatte ist. Das Problem ist nicht, daß die Integration gescheitert ist, denn das ist sie nicht. Das Problem für die NeiderInnen ist, daß sie geglückt ist. Wir haben in diesem Land etwa 16 Mio. Menschen im Osten, die arbeitslos, völlig verzweifelt und ganz und gar nicht integriert sind. Die fühlen sich um ihre Zukunft betrogen, und zwar zu recht. Und das sind diejenigen, die fatalerweise NPD wählen und sich mit Sarrazins Eugenik-Geschwafel abgeben.
    Aber das Problem sind nicht die “AusländerInnen” oder die “JüdInnen”. Das Problem ist die Wirtschaftslage. Die muß geändert werden.
    Claus sagt:
    12. Oktober 2010 um 14:22

    Der einzig neue Beitrag Thilo Sarrazins zur Debatte ist die Übertragung der Mendelschen Regeln auf den Menschen. In der Form, wie es bei ihm geschah, “durfte” man dies in der Tat jahrelang nicht tun. Hatte Gründe, wenn ich mich recht entsinne…
    Der Rest ist lauwarme Erbsensuppe.

    @Gülsen Celebi
    Wenn ich einen kleinen Tipp zur Abrundung der Integration geben darf: Ironische Elemente in einem Beitrag bitte deutlich kennzeichnen, damit sie von den Eingeborenen verstanden werden. So zum Beipsiel: ;)
    Bayerhammer sagt:
    13. Oktober 2010 um 16:11

    @Hatem
    Über das Thema wurde schon immer gesprochen. Niemand hat etwas totgeschwiegen. Niemand hat etwas schön geredet. Es gibt seit Jahren haufenweise Bücher über die Probleme von Ausländern in Deutschland.

    Wenn etwas nicht gesagt wurde, dann lag das höchstens daran, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten kein “Deutscher” getraut hat, so zu reden wie heute. Wenn Sie Sarrazin dankbar sein wollen, dann können Sie ihm nur dafür danken, dass sich jetzt noch mehr Deutsch-Nationale endlich wieder lauthals zu Wort melden können - ohne gleich in die Nazi-Ecke gestellt zu werden - wie übrigens die heute veröffentlichte Studie der FES “Die Mitte in der Krise” untermauert.

    Das Problem lag - wenn man es zuspitzen will - nie an den “Ausländern”. Ob unter Schmidt, Brandt oder Kohl - Ausländer hatten in deren Augen in Deutschland nie etwas zu suchen. Völlig egal, welche Religion sie hatten. Die “Deutschen” wollten schon immer nur unter sich bleiben. Und wenn Sarrazin eines geschafft hat, dann dass diese Haltung wieder “in” ist. Genau das sieht man auch jüngst an Herrn Seehofer, an Frau Steinbach und all die anderen, die jedes Mal aufjohlen, wenn es gegen Türken, Araber oder Muslime geht. Glauben Sie bitte nicht, dass diese Menschen, nur etwas gegen den Islam hätten. Stellen Sie sich vor, es lebten 4,5 Millionen schwarzafrikanische Christen in Deutschland. Was glauben Sie wohl, wie würden diese Leute reagieren würden???????????????
    leisegang sagt:
    15. Oktober 2010 um 20:52

    Hallo Frau Kaddor,
    ich hingegen bin Ihnen für Ihren Beitrag zur Debatte in den Blättern für deutsche und internationale Politik 10'10 “Muslima in Sarrazinland” dankbar. Weil es sonst - um mit Enzensberger zu sprechen - “immer die Anderen sind, die da reden, und der, von dem da die Rede ist, schweigt.” Insofern war Ihr Text, den ich nebenbei für ausgesprochen gelungen halte, dringend nötig. Ich hoffe noch viel aus Ihrer Feder zu lesen. Viel Erfolg für ihre Arbeit und Ihren neugegründeten Verband.
    Hatem sagt:
    24. Oktober 2010 um 22:03

    @Lydia
    1. Wenn Sie in dem letzten zwanzig Jahren in der Bundesrepublik gelebt haben, dann kann Ihnen nicht entgangen sein, dass jeder, der auch nur die Feststellung wagte, dass es unter muslimischen Migranten Inetrgationsverweigerer gibt, sofort in die rechte bis rechtsextreme Ecke gestellt wurde. Der einzige Politiker, der sich traute, das anzusprechen, war HEINZ BUSCHKOWSKY.
    Und er wurde dafür in der SPD nicht geliebt.

    Dieses Totschweigen und Nicht-wahrhaben-wollen ist erst in diesem Jahr durch die beiden Bücher von KIRSTEN HEISIG und THILO SARRAZIN gebrochen worden. Und, weil es mutige Frauen aus muslimischen Familien gab, die ihre Stimme erhoben haben!
    Ich nenne stellvertretend NECLA KELEK, SEYRAN ATES und GÜNER BALCI.
    Ich habe große Hochachtung vor diesen Frauen und ihrem Mut!

    2. Ja, ich kenne Menschen, die schlecht Deutsch können. Es gibt einige wenige, das muss ich leider gestehen, sogar in meiner Familie.
    Menschen, die die Scharia über das Grundgesetz stellen, gibt es in Berlin genug. Es sind zum Beispiel all jene, die - zum Teil vor laufenden Kameras - den Mord an HATUN SÜRÜCÜ gerechtfertigt haben.

    Darauf zu verweisen, dass die ersten Gastarbeiter Analphabeten waren, ist nicht hilfreich. Das ist über vierzig Jahre her. Und seit dreißig Jahren gibt es einen Anwerbestopp.

    Die Araber in meiner Familie, die gute Karrieren gemacht haben, egal ob in der “alten Heimat” oder in Deutschland, sind die, die am wenigsten religiös sind. Sie sind nur noch pro forma Muslime. Oder haben sich sogar ganz losgesagt von den Fesseln dieser Religion.

    Die Sarrazin-Debatte soll eine “Neid-Debatte” sein?
    Soll man Neid empfinden, wenn in Berlin 40 % der Türken arbeitslos sind?
    Soll man Neid empfinden, wenn in Berlin 44 % der Intensivtäter Araber sind?

    Sie schreiben:
    “Wir haben in diesem Land etwa 16 Mio. Menschen im Osten, die arbeitslos, völlig verzweifelt und ganz und gar nicht integriert sind. ”

    Meinen Sie das ernst?
    Waren Sie überhaupt schon mal in den fünf neuen Bundesländern?
    Ich kann es mir nicht vorstellen.

    @Claus
    Sie haben das Buch von Sarrazin offenbar nicht gelesen. Sonst wüssten Sie, dass die Genetik-Thematik (der ich persönlich nicht zustimme) nur einen kleinen Teil des Buches einnimmt.
    Vielleicht sollten Sie ein Buch erst lesen, bevor Sie ein Urteil fällen.

    Im übrigen werfe ich Sarrazin etwas ganz Anderes vor: Dass er alle muslimischen Migranten in einen Topf wirft. Wer z.B. Alewiten persönlich kennt, weiß, dass diese sehr liberal und integrationswillig sind.

    @Bayerhammer
    Ich kann Ihnen nicht zustimmen.
    Sicher haben mein Vater und meine Geschwister auch dumme Rassisten getroffen. Ich denke, diese gibt es in jedem Land.
    Aber fast alle Deutschen haben uns (auch in einem sehr kleinen Ort) offen und freundlich und interessiert empfangen und behandelt.
    Ich glaube, dass die weitaus überwiegende Zahl der Deutschen aufgeschlossen und freundlich zu Ausländern ist. Umso mehr zu Ausländern, die die deutsche Sprache lernen und sich nicht abschotten, sondern SICH in Deutschland INTEGRIEREN.

    Umso mehr bin ich genervt von denen, die sich nicht integrieren wollen und ein schlechtes Licht auf alle Migranten werfen. Und davon gibt es, zumindest in Berlin, viel zu viel. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber der Hauptgrund liegt für mich ganz klar in einer Religion, die die Aufklärung erst noch vor sich hat.

    MfG
    Hatem
    Bayerhammer sagt:
    25. Oktober 2010 um 21:18

    @hatem
    Ihnen werden meine Worte blitzartig wieder einfallen, wenn Sie die nächste, übernächste und überübernächste Diskriminierung erfahren - obwohl Sie so schön integriert sind.

    Keine Frage, die meisten Deutschen sind aufgeschlossen und freundlich zu Ausländern - Gott sei dank, sonst hätten wir hier längst andere Zustände. Nur das bringt Ihnen wenig, wenn Sie mehrmals an den falschen geraten - etwa um eine Wohung zu mieten. Wie viele Wohnungen mussten Sie in Ihrem Leben schon anmieten? Und wie viele davon in einer fremden Stadt? Sie werden auch an meine Worte denken, wenn man Sie demnächst etwa bei der Bezahlung mit der EC-Karte nach einem Perso fragt, wo doch die blonde, blauäugige Frau kurz vor Ihnen ganz einfach so bezahlen durfte…

    Sie messen mit zweierlei Maß. Die Fälle von “Ausländern”, die sich nicht integrieren wollen, hängen sie hoch auf. Die Fälle von dummen Rassisten spielen sie als Einzelfälle runter. Tun Sie das nicht. Seien Sie einfach realistisch und erkennen Sie an, dass man sowohl etwas gegen Ausländer, die auf die deutsche Gesellschaft pfeiffen, tun muss, als auch gegen deutsche Rassisten, die nichts Fremdes um sich haben möchten. Auch wenn beides nur eine deutliche Minderheit unter den jeweiligen Gruppierungen betrifft. Alles andere ist - tut mir leid - naiv … und könnte am Ende zu bösen Enttäuschungen führen.
    Hatem sagt:
    25. Oktober 2010 um 21:45

    @Bayerhammer

    Sie unterstellen mir selektive Wahrnehmung. Aber vielleicht leiden Sie selber daran?

    Zu Ihrem Beitrag:
    Ich habe mehr als ein Dutzend Wohnungen oder Zimmer gemietet, sowohl in Berlin, als auch im Norden, in NRW und südlich des Mains. Ich bin dabei nie diskriminiert worden. Vielleicht liegt es daran, dass ich perfekt und akzentfrei deutsch spreche?

    Ich lebe jetzt in Berlin, und meinen Erfahrungen nach in der S-Bahn und U-Bahn zufolge, würde ich sagen: Es gibt weitaus mehr nicht integrierte Muslime als Nazis und Rassisten. Ich bin bisher einmal tätlich aufgrund meines undeutschen Aussehens von einem Nazi angegriffen worden. Aber ich habe schon mehrere gewalttätige Übergriffe von Türken und Arabern erlebt. Mein älterer Sohn, der mehr nach seiner Mutter kommt, ist von einem Türken mit einem Messer bedroht und ausgeraubt worden. Von Drogenhandel will ich nicht reden, das ist hier auf manchen U-Bahn-Linien schon Gewohnheit.

    Und eine Frage habe ich noch, aus Neugier:
    Ihr Nickname ist deutsch. Sind Sie Deutscher?
    Oder, wenn nein, warum haben dann einen solchen Nick gewählt?
    Claus sagt:
    26. Oktober 2010 um 00:02

    @Bayerhammer und Lydia

    Lassen Sie sich vom blondassimilierten Hatem nicht ins Boxhorn jagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei ihm um einen “Urdeutschen” ohne muslimischen Hintergrund handelt, schätze ich auf über 90 Prozent. Online unter falscher Flagge zu segeln gehört bei PiPiFanten zum Standardrepertoire (und ist auch manchmal erfolgreich, wenn z.B. in Talkshows wie “hart aber fair” überkritische Mails von Menschen mit Migrationshintergrund verlesen werden. In den einschlägigen Foren feiern die Kleverles dann gelegentlich ihre Triumphe.

    Ich habe vor etlichen Jahren mal versucht, ins Gespräch mit solchen Figuren zu kommen, gab dem Affen ordentlich Zucker – und bin, nicht unerwartet, gescheitert. Derlei Menschen führen keine Gespräche, sind nicht an Argumenten interessiert, sondern an der Absonderung ihrer einfältigen Ansichten.

    Einige ihrer Grundregeln:

    Ignoriere Argumente, sobald sie unbequem werden (Hatem: Sarrazin hat gesagt, was man vorher in Deutschland nicht sagen durfte. Bayerhammer: Es gibt schon lange zahlreiche Bücher zum Thema. Hatem: Schweigt, da Bayerhammer natürlich nachweisbar recht hat.)

    Verallgemeinere, soweit es geht. (Es sind immer alle Muslime ganz böse; mindestens aber die Mehrheit. Die Aleviten werden bei Hatem erst ausgenommen, seit ich ihn auf sein zwanghaftes Bausch-und-Bogen-Muster aufmerksam gemacht habe.

    Opfermodus: Sarrazin, Kelek et al. sind bewundernswert, weil sie sich mutig der Übermacht der Gutmenschen entgegenwerfen. Der letzte Gutmensch wurde zwar vor zehn Jahren gesichtet, aber dass macht nix.

    Greife Aussagen des Anderen auf und versuche ihn in eine Rechtfertigungsposition zu zwingen. Möglichst ohne eigene Argumente jenseits des Verallgemeinerten zu bringen, weil man den Spieß ja umdrehen könnte. Ich tu Hatem mal den Gefallen:

    @Hatem, es ist nun mal leider so, Sarrazin, Sie müssen jetzt tapfer sein, hat nichts Neues, Weiterführendes geschrieben. Überprüfen Sie’s bitte, es schadet eher selten, wenn man in seinem Leben ein weiteres Buch zur Hand nimmt. Oder Zeitungen und Zeitschriften mit den kleineren Lettern. Von Sarrazins biologistischen Privatforschungen abgesehen, findet man: mehr Sprachförderung, mehr Krippen etc. Tut mir leid, habe nichts Erhellendes gefunden. Wohlan, überzeugen Sie mich doch einfach.

    Viele Grüße

    Claus
    Hatem sagt:
    26. Oktober 2010 um 22:14

    @Claus

    Über Ihren Post habe ich mich sehr amüsiert.

    Dass Ihnen nichts anderes einfällt, als mich zu diffamieren, finde ich armselig. Muss ich Ihnen eine Geburtsurkunde schicken?

    Ich glaube, dass Sie Schwierigkeiten haben zu akzeptieren, dass es Menschen “mit MH” gibt, die andere Migranten kritisieren. Dabei haben es doch Frauen wie Güner Balci oder Necla Kelek schon demonstriert.
    Und dass ich fehlerfreies Deutsch schreibe (zumindest hoffe ich das), macht mich in Ihren Augen offenbar auch verdächtig.
    Lächerlich.

    Trotzdem: ich will Ihnen ein paar Antworten nicht schuldig bleiben.

    Bitte nennen Sie mir ein Buch (und bitte keins aus irgendeinem rechtsradikalen Verlag), in dem deutlich ausgesprochen wurde, welche Probleme es mit muslimischen Migranten gibt.

    Die Alewiten sind bei mir schon immer sehr angesehen. Dazu brauche ich wirklich nicht jemanden wie Sie. Ich habe die Alewiten wahrgenommen über Hafez Al-Asad. (Einfach mal googeln. Dann bekommen Sie auch eine Idee, woher ich stamme…)
    Obwohl in der Minderheit, hat Al-Asad eine kluge Politik gemacht und Sunniten und Schiiten eingebunden. Allerdings war er auch, wenn es nötig schien, brutal. Aber das ist eine Geschichte für sich.

    Es gibt relativ viele Alewiten in Deutschland. Warum wohl? Weil viele es in ihren Heimatländern nicht leicht haben. Denn viele Sunniten und Schiiten halten die Alewiten für Ketzer und nicht für Muslime.

    Was Sarrazin betrifft: Wenn Sie da nichts Neues gefunden haben wollen, dann empfehle ich Ihnen eine zweite Lektüre. Obwohl ich ja leichte Zweifel habe, ob Sie das Buch überhaupt gelesen haben. (Ich gebe gerne zu: es ist doch recht trocken.)

    Und ich empfehle Ihnen gleich noch ein paar andere Bücher zur Problematik:

    Güner Balci: Arabboy

    Kirsten Heisig: Das Ende der Geduld

    Und, damit auch mal ein Mann zu Wort kommt:

    Hamed Abdel-Samad: Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland

    MfG
    Hatem
    Lydia sagt:
    28. Oktober 2010 um 15:38

    @ Bayerhammer und Claus,

    vielen Dank für die Unterstützung, liebe Leute. Ich kann eure Kommentare nur als differenziert und sachlich bezeichnen und mich ihnen voll und ganz anschließen.

    @ Hatem,

    ich glaube, Sachargumente auszutauschen, ist hier (wie in vielen anderen ähnlichen Foren auch) tatsächlich nicht das Ding. Ich hab’ häufig die Erfahrung gemacht, daß sich ab einem gewissen Punkt die Argumentation nur noch im Kreis dreht, weil jeder bei seiner festgefahrenen Meinung bleibt, sich hartnäckig verteidigt und nicht in der Lage ist, auf den anderen einzugehen. Eine solche Argumentation fortzuführen, ist schlicht Zeitverschwendung, für beide Seiten.

    Das mit dem Osten hab ich übrigens ernstgemeint. Daß man diesen Menschen nach der “Wende” die Zukunft genommen hat, obwohl sie an sich sehr tüchtig sind, ist ja nichts Neues. Daß sich das irgendwann notwendigerweise mal rächen muß, auch nicht. Leider rächt es sich an den Falschen, statt daß man die gestaute Energie für sinnvolle wirtschaftliche Neuerungen verwenden würde.

    Eine Anmerkung vielleicht noch zu Hamed Abdel-Samad (Das Buch hab’ ich übrigens gelesen): Jemanden, der schwerst-traumatisiert ist, würde ich nicht als Parade-Muslim zitieren. Der kann für sich selbst sprechen, und selbstverständlich sollte man ihm mit dem gebotenen Einfühlungsvermögen begegnen. Aber er kann nicht als Sprecher für 1,2 Mrd. Menschen fungieren. Und Necla Kelek ist für meine Begriffe einfach eine unseriöse Geschäftemacherin, die auf der Islamwelle reitet, ihre eigene Religion diffamiert, sich bei der nicht-muslimischen Mehrheit anbiedert und ordentlich Kasse macht. Was daran mutig sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.

    Was Sie zu Ihrer Meinung geführt hat, weiß ich nicht. Sarrazin ist für mich ein Rassist. Trotzdem kann ich Ihre Haltung so stehenlassen. Lassen Sie meine auch so stehen, kommentieren Sie sie nicht mehr. Denn, wie gesagt, dieser Diskurs ist Zeitverschwendung.

    MfG
    Lydia
    Claus sagt:
    28. Oktober 2010 um 19:24

    Da wollte Hatem Antworten nicht schuldig bleiben und beantwortet doch nicht die einzige Frage, die ich indirekt stellte: Was hat Sarrazin Neues mitzuteilen (jenseits seiner naturgegebenen Brave New World)?

    Stattdessen Nebelkerzen (Verweise auf Kelek, Heisig…) und die eigentümliche Bitte um Buchempfehlungen, wo er sich doch seit Wochen auf der Seite von Lamya Kaddor tummelt. Tst tst.

    Garniert wird das Ganze mit Wehklagen, sein Migrationshintergrund erschiene mir wegen seiner Deutschkenntnisse verdächtig. Habe ich meines Wissens nicht geschrieben. Hingegen von einer knapp zehn-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass sehr wohl ein sog. Migrationshintergrund bestehen könnte. (Z.B. aus der Schweiz, den Niederlanden, Liechtenstein…)
    Hatem sagt:
    31. Oktober 2010 um 20:32

    @lydia

    Ich fürchte, den Osten sehen Sie sehr einseitig. Natürlich ist die Arbeitslosigkeit dort höher als im Westen und es gibt Menschen, die Verlierer der Wende sind und verbittert sind. Aber es gibt auch viele Menschen im Osten, denen es besser geht und die sehr froh sind, dass sie nicht mehr in der DDR leben müssen.
    Ich habe viele Freunde und Verwandte in Berlin und Leipzig, die das so sehen.
    Schauen Sie sich auch einfach mal die einschlägigen Studien an, dann werden Sie feststellen, dass die Menschen im Osten keineswegs alle Wendeverlierer sind.

    Ich habe Hamed Abdel-Samad nicht als “Parade-Muslim” bezeichnet.
    Aber sein Blick auf den Islam und seine Beschränkungen sind sehr aufklärend.

    Für Sie ist Sarrazin ein Rassist, für mich nicht.
    We agree to disagree.
    Das können wir so stehen lassen.

    MfG
    Hatem
    Hatem sagt:
    31. Oktober 2010 um 21:33

    @Claus

    Was Sie schreiben, wird immer lustiger.

    Ich habe Ihnen ja nur einen deutlichen Hinweis gegeben, welches mein Vater-Land ist. Haben Sie das überlesen oder wollen Sie das nicht wahrnehmen oder war das immer noch nicht deutlich genug für Sie?

    Zum Thema Sarrazin, will ich Ihnen mal drei Zitate nennen:

    “Von den gut 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland stammen also 25 bis 45 Prozent aus muslimischen Ländern.
    Auf diese Gruppe sind aber 70 bis 80 Prozent aller Probleme von Migranten in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Transferleistungen und Kriminalität zurückzuführen.”
    (S. 262)

    “Für die muslimischen Migranten in Deutschland lässt sich eine unterdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung feststellen. Nur 33,9 Prozent von Ihnen beziehen ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus Berufs- und Erwerbstätigkeit.”
    (S. 282)

    “Die Situation in Neukölln bringt die Frage der muslimischen Zuwanderung exemplarisch auf den Punkt. Es geht um die geballte Mischung aus Mangel an Bildung, fehlenden Sprachkenntnissen, aus Transferabhängigkeit, traditionellen Lebensformen, Jugendkriminalität, kultureller Distanz, und es geht um die Tendenz zur Verfestigung dieser Mischung. Die Schülerzahlen zeigen, dass der Anteil der muslimischen Migranten in Neukölln weiter wachsen wird. Und die Schulabbrecherquote bzw. Hauptschulquote von 60 Prozent bei den muslimischen Migranten lässt keinen Zweifel, dass sich die Probleme am Arbeitsmarkt auch in der nächsten Generation fortsetzen werden.”
    (S. 304)

    Und nun verraten Sie, @claus, mir mal:

    Wer hat das vor Sarrazin so klar benannt? Und mit Zahlen und Quellen belegt?
    Claus sagt:
    2. November 2010 um 19:44

    @Hatem, warum googlen Sie nicht einfach? Ich kenne Menschen mit Migrationshintergrund, die das drauf haben. Habe mir erlaubt, ältere Seiten rauszupicken, damit es am Ende nicht heißt, man hätte vons Thilo abgeschrieben. Und somit bleibe ich dabei: nix Neues.

    @Lydia, Sie haben völlig recht, diese Diskussion wird wohl nicht mehr sachlich werden. Hat mich gefreut, Sie hier getroffen zu haben.

    Nun denn, zu Bildung und Abhängigkeit von Transferleistungen:

    Obwohl die Mehrheit der ausländischen Schülerinnen und Schüler inzwischen in Deutschland geboren wurden, besuchen nur knapp 14 Prozent ein Gymnasium (Deutsche: 32 Prozent). Und nur ganz wenige schaffen es an die Universität. Lediglich 3,3 Prozent aller Studierenden sind Ausländer, die in Deutschland ihre Hochschulreife erlangten. Und selbst »bei gleichen Schulabschlüssen sind Migranten bei der Ausbildungsplatzsuche gegenüber deutschen Bewerbern benachteiligt«, heißt es im Bericht der Ausländerbeauftragen Beck. Ganz prekär: Fast 20 Prozent verlassen die Schule ohne Abschluss. Im Alter von 20 bis 29 Jahren sind 12 Prozent aller Deutschen ohne Berufsabschluss. Bei Ausländern sind es 41 Prozent.

    Umso wichtiger wird die Betreuung von Jugendlichen dort, wo sie leben, aber keine Arbeit finden: in den Kommunen und Wohnvierteln. »Integration ist in erster Linie eine Aufgabe, die regional angepackt werden muss«, sagte Gerd Landsberg, der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes angesichts der Krawalle in Frankreich. Jeder Schul- oder Ausbildungsabbrecher sei ein Sozialhilfeempfänger von morgen. »Doch Bund und Länder lassen uns vor allem finanziell zu häufig alleine.« Landsberg fordert eine »Integrationsoffensive«. Und das aus Eigennutz, denn [Deustchland schafft sich ab; Claus]: »Wir können es uns angesichts des demografischen Wandels gar nicht erlauben, Jugendliche mit Migrationshintergrund schlecht auszubilden und links liegen zu lassen.«

    Transferleistungen II, selbe Quelle:

    Wenigstens mit einem Vorurteil konnte inzwischen aufgeräumt werden: Ausländer beuteten unsere Sozialsysteme aus, heißt es oft, weil sie so viele staatliche Transferleistungen in Anspruch nehmen. Stimmt nicht. Migranten zahlen insgesamt mehr Steuern und Sozialbeiträge, als sie umgekehrt in Anspruch nehmen. Im Durchschnitt übersteigen die Erträge die Kosten um fast 1800 Euro pro Kopf, ist im Bericht des Zuwanderungsrates zu lesen. Der wurde 2003 ins Leben gerufen.

    Die Zeit 01.12.2005
    http://www.zeit.de/2005/49/Integration

    Zum Thema Migration und Kriminalität:

    http://www.amazon.de/Migration-Kriminalit%C3%A4t-Christian-Pfeiffer/dp/3832911766

    Zum Thema Migration und Kriminalität II:

    Besorgniserregend sei vor allem der steigende Anteil junger ausländischer Straftäter, sagte Körting. „Während 2005 jeder achte männliche deutsche Jugendliche mit einer Straftat in Erscheinung trat, war dies bei männlichen nichtdeutschen Jugendlichen jeder Dritte“, heißt es im Bericht zur Kriminalstatistik. Die Besserung bei der Jugendkriminalität ist nur auf den Rückgang der Delikte deutscher Täter zurückzuführen. Besonders bei den Rohheitsdelikten stieg der Anteil ausländischer Jugendlicher deutlich um 10 Prozent. Bei Deutschen sank sie dagegen um 6,7 Prozent. Insgesamt – also in allen Altersklassen – stieg der Anteil der Ausländer unter den insgesamt ermittelten 135 000 Tatverdächtigen auf 31 Prozent, im Vorjahr waren es 28 Prozent.

    Die steigende Kriminalität unter ausländischen Jugendlichen „bereitet große Sorgen“, sagte Körting. Deshalb solle sich jetzt sowohl die Landeskommission gegen Gewalt als auch der Integrationsbeauftragte mit der Entwicklung stärker beschäftigen. Körting nannte als mögliche Gründe die hohe Jugendarbeitslosigkeit, geringere Bildung und schlechtere wirtschaftliche Lage. Türkische und arabische Jugendliche lösten sich zudem immer stärker aus der patriarchalischen Kontrolle ihrer Familien. „Die entscheidende Frage ist, ob es uns gelingt, die ausländischen Eltern und Verbände zu erreichen“, sagte Körting. So habe es beim vergangenen 1. Mai in Kreuzberg eine erfreulich gute Kooperation mit den türkischen Gemeinden gegeben.

    „Ausländische Familien müssen stärker bereit sein, Hilfen vom Staat anzunehmen“, forderte Körting – und sich Gedanken über andere Erziehungsmethoden machen. Der SPD-Politiker verteidigte die erst seit drei Jahren in der Statistik vorgenommene Differenzierung nach deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. „Das ist sinnvoll“, sagte Körting, „wir können kein Friede-Freude-Eierkuchen-Bild vermitteln.“

    Dem widersprach der grüne Abgeordnete Volker Ratzmann, der statt dieser Differenzierung die Aufnahme von Bildung und sozialer Lage in die Kriminalstatistik forderte. Nur mit solchen Kriterien könne man politisch gegensteuern und kontrollieren, ob eine Bildungsoffensive Kriminalität bekämpfen kann. Auch CDU und FDP sprachen sich für die Differenzierung aus. Die PDS-Abgeordnete Marion Seelig forderte, angesichts der Kriminalität junger Ausländer kein Geld mehr aus der Bildung abzuziehen.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/kriminalitaet-geht-zurueck-aber-nicht-bei-migranten-kids/690750.html

    Erwerbstätigkeit:

    Bund gesamt rund 42,5 Prozent. Ein Unterschied von knapp 9 Prozent. Legen wir dann noch das durchschnittliche Bildungsniveau zugrunde, gleichen sich die Zahlen überraschend an. Wir haben an der Stelle kein Problem mit muslimischen Migranten, wir haben eines mit dem Arbeitsmarkt und der Bildungssituation. Aber das recherchieren Sie bitte selbst.

    http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/dboowasys921.xwdevkit/xwd_init?gbe.isgbetol/xs_start_neu/&p_aid=i&p_aid=37658297&nummer=635&p_sprache=D&p_indsp=-&p_aid=83635989

    Viele Grüße
    Claus
    Hatem sagt:
    4. November 2010 um 18:06

    @claus
    Ihren arroganten Unterton gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund ignoriere ich mal.

    Sie haben sich ja viel Mühe gemacht. Leider am Ziel vorbei.
    Lesen Sie einfach noch mal meinen Beitrag vom 26. Oktober, weiter oben:

    “Bitte nennen Sie mir ein Buch (und bitte keins aus irgendeinem rechtsradikalen Verlag), in dem deutlich ausgesprochen wurde, welche Probleme es mit muslimischen Migranten gibt.”

    Ja, Buch. Nicht Zeitung.

    Dass es immer mal wieder Zeitungsartikel (u.a. über Kirsten Heisig gegeben hat) in denen Zahlen und Fakten genannt werden, habe ich nicht bestritten.

    Aber wo, vor Sarrazin, gab es das in klarer und konzentrierter Form in einem BUCH?

    (Und wie gesagt: bitte keine dubiosen Naziverlage)
    Hatem sagt:
    4. November 2010 um 18:12

    @claus

    Und was die Sozialsysteme betrifft, lesen Sie einfach mal folgendes:

    “Eine staunenswerte Zahl zur fehlgeschlagenen Integration in den Arbeitsmarkt hat vor einiger Zeit die Bundesausländerbeauftragte veröffentlicht: Von 1971 bis 2000 ist die Zahl der Ausländer in Deutschland von 3 Millionen auf etwa 7,5 Millionen gestiegen. Die Zahl der erwerbstätigen Ausländer hat sich jedoch nicht bewegt: Sie blieb bei rund 2 Millionen. 1973 (dem Jahr des Anwerbestopps) waren 65 Prozent der Einwanderer auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt, ein Jahrzehnt später waren es nur noch 38 Prozent. Ein Großteil der Zuwanderung nach Deutschland, die seit dem Anwerbestopp hauptsächlich ungesteuert über Familienzusammenführung erfolgte, ging also nicht in den Arbeitsmarkt, sondern in die Sozialsysteme.”

    http://www.faz.net/s/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC/Doc~E77D544D81E4446CA91D0573BB14FF01E~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Claus sagt:
    8. November 2010 um 22:45

    Nichts Neues zum Neuen des Herrn S.? Dann nutze ich die Gelegenheit, ein paar abschließende Gedanken zum “Mythos Sarrazin” kundzutun.

    Thilo Sarrazin, so seine Apologeten, habe Dinge angesprochen, über die jahrelang nicht gesprochen werden durfte. Doch bisher habe ich weder in der Presse noch anderswo eine Bestätigung für diese Behauptung gefunden. Selbst zwei Wissenschaftler, von Sarrazin in einem Leserbrief in der Zeit Nr. 40 für einen Artikel in der FAZ hoch gelobt, unterstützten mit ihren Aussagen meine hier geäußerte Meinung ausdrücklich.

    Das Sensationelle, Tabubrechende, das waren seine biologistischen Thesen. So alt, dass es schon wieder neu wirkte. Da, wo es neu war, ging seine Kronzeugin, Frau Stern, umgehend auf Abstand.

    Was also, und dies scheint mir die entscheidende Frage zu sein, bringt Leute dazu, einen Messias zu küren, der korkigen Wein in neuen Schläuchen verkauft? Für immerhin 23 Euro.

    Ist es womöglich das Wohlfühl-Ressentiment für eine unübersichtliche Welt? Das produzierte Kopftuchmädchen? Der Türke, der Muslim – auf immer dumm, weil seine Gene nicht taugen? Dem sich der Leser, im Glanze der Aufklärung, überlegen fühlen darf? Dessen Kinder Deutschland abschaffen, weil man selbst keine produziert?

    Und was tun bei all den Problemen? Na, sprechen Sie ihn an, den Fremden. Lächeln Sie dabei. Der kann das nämlich auch (Experten behaupten, das Gen sei vererbbar). Am Wochenende einfach mal in die andere Richtung gucken: Sich das Fremde nach Haus holen, spart ‘ne Menge Urlaubsgeld. :)

    Und in guter abendländischer Tradition wünsche ich

    einen schönen Tag noch, Salam, Schalom!
    Hatem sagt:
    10. November 2010 um 18:00

    Moment, @claus, Ihre “abschließenden Worte” sind ja sehr hübsch.

    Aber wollten Sie mir nicht noch ein paar Bücher aus der Vor-Sarrazin-Zeit nennen?

    Bitte enttäuschen Sie mich nicht.
    Claus sagt:
    10. November 2010 um 21:12

    Kleiner Nachtrag zum vermeintlichem Anschlag von Migranten auf Sozialsysteme, da Hatem die Zeit (s.o) nicht seriös genug ist oder ihm nicht bekannt ist, dass in den letzten Jahren vor allem Arbeitsplätze für Geringqualifizierte verlorengegangen sind:

    Laut Capital (Ausgabe 21/2006, EVT 28. September) zahlte jeder Ausländer im Jahr 2004 durchschnittlich 7.390 Euro an den Staat und erhielt öffentliche Leistungen in Höhe von 5.550 Euro. “Das Stammtisch-Gerede, dass Ausländer auf Kosten der Bundesbürger die Sozialsysteme ausplündern, ist blanker Unsinn”, resümiert IZA-Forscher Holger Bonin gegenüber Capital.
    http://www.capital.de/div/100004880.html

    Prost Hatem und Salamchen euch allen
    Claus sagt:
    10. November 2010 um 23:59

    Nachtrag Nummer 2

    Also noch mal in aller Deutlichkeit:

    Ausgangspunkte der Diskussion waren Ihre Worte:
    “wir alle sollten Thilo Sarrazin dankbar sein, dass er die Debatte angeschoben hat über Dinge, über die jahrelang gar nicht gesprochen werden durfte.”

    Ich sagte: Nö

    Sie sagten: Doch

    Ich bewies meine Aussage (darunter auch mit einem Hinweis auf ein Buch)

    Sie plärrten

    Ich sage: Ich bin nicht Ihr Archivar. Es gibt nicht nur Suchmaschinen, sondern auch Buchhandlungen. Und Bibliotheken. Und sie sind voll mit der Thematik.
    Und Kinder sollten Laufen lernen bevor sie sich in der Öffentlichkeit blamieren.
    Hatem sagt:
    11. November 2010 um 11:21

    @claus

    Über das Buch von Pfeiffer haben Sie leider nichts sagen können, außer dem Titel. Was ist der Inhalt?
    Es gibt bei Amazon dazu weder eine Inhaltsangabe noch eine Rezension.

    Was die Zuwanderung betrifft:
    Sie müssen schon differenzieren zwischen verschiedenen Zuwanderergruppen. Polen oder Spanier dürfen sicher als integriert bezeichnet werden und weisen keine wesentlich höhere Arbeitslosigkeit aus als Deutsche.

    Ganz anders sieht es aus bei der größten Gruppe der Zuwanderer.
    In Berlin sind 40% der Türken arbeitslos.

    “Unter den Migranten gibt es wiederum große Unterschiede. Besonders häufig sind Migranten der zweiten oder dritten Generation arbeitslos und auf staatliche Leistungen angewiesen, vor allem, wenn sie einen türkischen Hintergrund haben. „Diese Gruppe kommt auf eine Erwerbslosenquote von über 40 Prozent“, heißt es. Dies wiege besonders schwer, weil ohnehin wenige Türkischstämmige überhaupt arbeiten wollten. „Mehr als die Hälfte dieser Gruppe im erwerbsfähigen Alter hat keine reguläre Beschäftigung – sei es, dass sie erwerbslos sind, oder sei es, dass sie keine Beteiligung am Arbeitsmarkt wollen“, befindet das DIW.

    Eine Rolle spielt auch das Bildungsniveau. So haben etwa drei von vier Türken keinen Schulabschluss und entsprechend schlechte Chancen auf dem Stellenmarkt. Finden sie einen Job, dann oft nur einen einfachen – wie bei 60 Prozent der arbeitenden Türken. Nur gut ein Drittel hat eine qualifizierte Tätigkeit, fünf Prozent arbeiten in einem hoch qualifizierten Job, zwölf Prozent sind selbstständig.”

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/jeder-zweite-tuerke-ist-arbeitslos/1310622.html

    Sie glauben nicht ernsthaft, dass diese Zahlen positive oder auch nur neutrale Auswirkungen auf die Sozialkassen haben?

    Natürlich gibt es Inschallah auch gebildete und gutverdienende türkischstämmige und arabischstämmige Bürger. Nur leider stellen sie eine viel zu kleine Minderheit dar.

    Und im übrigen:
    Ich plärre nicht.
    Merken Sie nicht, wie herabsetzend Ihr Ton ist?

    Hatem
    Claus sagt:
    12. November 2010 um 00:01

    Lieber Hatem,

    Sie plärrten: “Aber wollten Sie mir nicht noch ein paar Bücher aus der Vor-Sarrazin-Zeit nennen?
    Bitte enttäuschen Sie mich nicht.”

    Nein wollte ich nicht. Ich wollte Ihre zentrale Behauptung widerlegen. Das tat ich.

    Sie plärren erneut: “Über das Buch von Pfeiffer haben Sie leider nichts sagen können, außer dem Titel. Was ist der Inhalt?
    Es gibt bei Amazon dazu weder eine Inhaltsangabe noch eine Rezension.”

    Den Titel haben Sie gelesen. Jetzt müssen Sie ihn verstehen.

    Die Quelle Ihres letzten Beitrags widerlegt meine Quellen nicht.

    Grüße
    Claus
    Hatem sagt:
    12. November 2010 um 14:42

    @claus

    Wenn Sie meinen, andere Menschen durch Ihre Wortwahl herab würdigen zu müssen, so sagt das nur etwas über Sie selber aus.

    Was in dem Buch von Pfeiffer steht, wollen oder können Sie nicht sagen. Schade.

    Deutlich ist aber eines: Erst seit und dank der Bücher von Sarrazin und von Kirsten Heisig gibt es eine breite Debatte darüber, warum eine große Zahl muslimischer Migranten sich so schlecht in Deutschland integrieren wollen oder können.

    Vorher war in Zeitungen nur sehr vereinzelt und in Buchform kaum (Pfeiffer???) oder gar nichts darüber zu lesen.

    Die längst überfällige Debatte gibt es erst seit diesem Jahr.
    Und auch, wenn ich Sarrazins Buch zu pauschalisierend finde, war er doch derjenige, der fast im Alleingang dafür gesorgt hat, dass diese Debatte endlich begann.

    Das Buch von Kirsten Heisig ist durch Sarrazin leider etwas untergegangen. Sehr zu Unrecht, wie ich finde. Dem Heisig-Buch kann ich persönlich ohne Einschränkungen zustimmen.
    claus sagt:
    12. November 2010 um 22:58

    Stumpfes Wiederholen längst widerlegter Behauptungen, tieftraurige Opfertränen - das übliche Vorgehen der Rechtspopulisten bis zum braunen Rand. Wir vergessen das hier mal… (Denn es glaubt doch wohl niemand, Hatem und andere Zorngeplagte hätten, hätte ihnen das Thema wirklich unter den Nägel gebrannt, auf das Buch von Frau Heisig gewartet, wo sie sich Jahre zuvor bereits informieren konnten? Zum Beispiel bei Pfeiffer.)

    In dem Punkt, Sarrazins Buch habe was losgetreten, hat Hatem allerdings recht. Nicht, weil es was Neues zu sagen gehabt hätte, sondern weil es dank Genakrobatik den Kleinstherzigen dieses Landes ermöglichte, endlich, endlich wieder auf jemanden herabzublicken und zu spucken. Der Feind schafft Gemeinschaft, die man anders nicht hinbekommt. Das ist nicht nur erbärmlich, es ist auch

    beschämend

    Wer’s nicht glauben kann, möge sich den aktuellen Stern kaufen. Wes Geistes Kind die sensiblen Freunde Hatems sind, hat dort Hans-Ulrich Jörges in “Ihr Applaus, Herr Sarrazin!” zusammengetragen.
    Hatem sagt:
    13. November 2010 um 14:02

    @claus

    Als Araber und Berliner verfolge ich schon seit Jahren das Treiben der kriminellen Großfamilien Al-Zein, Omeirat, Abou-Chakour usw. Diese Großfamilien sorgen dafür, dass das Bild der Araber in der Öffentlichkeit sehr leidet.
    Daher ist das Buch von Frau Heisig ein wichtiges Buch, weil es in einem Teil des Buches eben auch um Intensivtäter geht. Und von denen sind in Berlin über 40 % arabischstämmig.

    Die letzte Schießerei gab es diese Woche:
    “In die Schießerei in der Emser Straße in Neukölln ist der bekannteste Intensivtäter Berlins verwickelt. Dem Vernehmen nach ist Nidal R., der als kriminelles Kind als “Mahmoud” bekannt geworden war, einer der beiden Verletzten. Der 28-Jährige ist erst vor vier Wochen nach mehreren Jahren aus der Haft entlassen worden. Wie kurz berichtet, hatte es am Donnerstagabend eine wilde Schießerei auf der Straße gegeben, insgesamt sollen 18 Schüsse gefallen sein.”

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/bekanntester-intensivtaeter-berlins-bei-schiesserei-verletzt/2140818.html

    Und wenn Sie sich einzig und allein über Sarrazins Kapitel über Gene auslassen, deutet das nur darauf, dass Sie das Buch nicht gelesen haben. Dieses Thema nimmt dort nur wenig Platz ein.
    Der Verkaufserfolg des Buches aber zeigt, wie wichtig für sehr viele Menschen das Thema Integration und Bildung ist und wie wenig offen darüber bisher diskutiert wurde.
    Claus sagt:
    13. November 2010 um 17:11

    Wie fing es an? Hatem behauptete: “wir alle sollten Thilo Sarrazin dankbar sein, dass er die Debatte angeschoben hat über Dinge, über die jahrelang gar nicht gesprochen werden durfte”

    Leider wurde er widerlegt. (Entschuldigung!)

    Seitdem wird geplärrt, geplärrt und geplärrt:
    “Und wenn Sie sich einzig und allein über Sarrazins Kapitel über Gene auslassen, deutet das nur darauf, dass Sie das Buch nicht gelesen haben.”

    Und es wird sich in Behauptung geübt, indem auf den Bund bezogene Steuereinnahmen mit der lokalen, zweifellos desaströsen, Wirtschaftssituation Berlins abgeglichen wird (obwohl ihn die Grafik seiner Quelle informiert haben müsste, dass die Situation nicht verallgemeinerbar ist).

    Und Hatem verweist auf Kriminelle. Die gibt es also, aha. Und ausgerechnet die Probleme, die sich nicht verallgemeinern lassen, die OK (organisierte Kriminalität) meinen Sie, Hatem, anführen zu müssen, aha. Und missbrauchen dazu Frau Heisig, die mitnichten die “Richterin Gnadenlos” war, als die sie die Rumpelpresse darstellte. Die Richterin, die auch eng mit Muslimen zusammenarbeitete, um der drohenden Ghettoisierung eines Stadtteils etwas entgegenzustellen.

    Die von “sozialen Brennpunkten” und nicht von schleichender Islamisierung sprach.

    Die über eine Verschärfung der Gesetze sagte: “Weder frühere noch höhere Strafen werden sich langfrisitg als hilfreich erweisen.”

    Und führte sie nicht Arbeistlosigkeit und Alkoholismus der Eltern als wichtige Indikatoren für spätere Krimininalität der Kinder an? Und eben nicht den Islam?

    Fordert sie nicht *Unterstützung* der Kinder und Familien?

    Weist sie nicht ausdrücklich auf Gefahren hin, die Ihrem geistigem Stückwerk widersprechen:

    “Ich möchte, dass die künftigen Generationen dieselben Chancen erhalten, die sich mir boten. Hier sehe ich momentan Gefahren, die sich nicht ausschließlich, aber auch im Bereich der der Kriminalitätsentwicklung zeigen. Die Gesellschaft befindet sich aus meiner Sicht an einem Scheideweg. Sie könnte sich spalten: in “reich” und “arm”, in “links” und “rechts”, in “muslimisch” und “nichtmuslimisch”.”

    Sie wollen Leichen fleddern? Widerlich.

    Ich habe mal ein Gespräch mit einem Kurden geführt. Nach einer Weile meinte er mir erklären zu müssen, wir seien beide Arier. Nun, zumindest seine Einstellungen waren ziemlich arisch. Er hat sich mir übrigens als Christ vorgestellt. Hatem, sind Sie auch Arier? Und haben Sie, sagen wir mal, eine Swastika an der Wand hängen?

    Lassen Sie mich zum Abschluss Hans-Ulrich Jörges zitieren:

    “Niemals seit der Judenverfolgung wurden Menschen in Deutschland so pauschal, so grobschlächtig und so verletzend ausschließlich nach ihrem Glauben beurteilt und herabgewürdigt.”

    Die sensiblen Freunde Hatems, des Arabers, waren schockiert. Ihre Not artikulierten sie in Leserbriefen:

    “Widerlicher Landesverräter. Die Moslems werden deinen Fladenbrotkopf auch absäbeln. Alle gläubigen Moslems, die nach dem Koran leben, sind potenzielle Mörder.”

    qed

    Weitere Statements der Sagendürfer finden sich unter
    http://dontyoubelievethehype.com/2010/11/ihr-applaus-herr-sarrazin/
    Hatem sagt:
    14. November 2010 um 12:34

    Oh, jetzt kommt die Nazikeule. Oder die Swastika-Keule. Wie subtil.
    Und wie falsch.
    Bisher bin ich noch bei jedem Besuch in der “alten Heimat” von Taxifahrern oder Cafégästen mit Hitlergruß begrüßt worden, wenn sie mitbekamen, dass ich in Deutschland lebe. Wenn ich mir das verbeten habe, stieß ich auf Unverständnis.

    Ob ich Arier bin?
    Sie sind ein Spaßvogel, @claus.

    Sie haben ein Buch von Christian Pfeiffer genannt, über dessen Inhalt Sie nichts sagen können. Und das soll der Beweis dafür sein, dass es eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Integration muslimischer Zuwanderer gab?
    Lächerlich.

    Haben Sie nicht mitbekommen, dass erst Sarrazin mit seinem Buch diese Debatte angeschoben hat? Oder wollen Sie es nicht mitbekommen?
    Hatem sagt:
    14. November 2010 um 13:14

    Kirsten Heisig führte bei den arabisch- und türkischstämmigen Intensivtätern eben nicht “Alkohol und Arbeitslosigkeit der Eltern” als Ursache an, wie @claus behauptet.

    Sondern mangelnde Integrationsbereitschaft und fehlende Erziehung:

    “Schwerkriminelle, die häufig 30 und mehr erhebliche Taten aufweisen, haben zu etwa 90 Prozent einen Migrationshintergrund, 45 Prozent geben an, arabischer Herkunft zu sein, 34 Prozent haben türkische Wurzeln. Diese Tatsachen sind insofern von Bedeutung, als etwa 10 000 dieser Araber in Neukölln leben, aber mehr als viermal so viele türkischstämmige Menschen. Die Araber stellen also gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil die Mehrheit der Intensivtäter. Deutsche Vielfachtäter gibt es in Neukölln kaum.

    Die jugendlichen Intensivtäter entstammen meist vor vielen Jahren aus dem Libanon oder der Türkei zugewanderten Familien mit sechs Kindern und mehr. Viele Einwanderer haben inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit, die meisten leben von Kindergeld und staatlichen Transferleistungen. Die Mütter haben nie Deutsch gelernt. Sie überlassen speziell die Jungen schon früh sich selbst, wobei dies nicht auf mangelnde Fürsorge, sondern eher auf kulturelle Traditionen zurückzuführen ist. Söhne sind kleine Männer, und während die Töchter oft erfolgreich versuchen, eine Qualifikation für den ersten Arbeitsmarkt zu erlangen, und dabei hoffen müssen, nicht verheiratet zu werden, treiben sich die Brüder im Kiez herum. Es kommt zu ersten Straftaten, die überwiegend aus der Gruppe heraus begangen werden.

    So abstrakt hört sich das harmlos an. Aus der Opferperspektive sieht es jedoch anders aus, wenn man verprügelt wird, weil man einen Araber angeblich zu lange angeschaut hat. Oder wenn eine alte Dame zu später Abendstunde um etwas Ruhe bittet und dann von drei Arabern ins Gesicht geschlagen wird. Oder wenn der Polizeibeamte, der eine Anzeige aufnehmen muss, weil die Jugendlichen einen Zeitungsständer angezündet haben, zu hören bekommt: “Ich scheiß auf Deutschland. Du bist Dreck unter meinen Schuhen. Du bist tot.” Oder wenn ein Lehrer einen schulfremden Jugendlichen des Hofes verweist und dieser dem Lehrer mit den Fäusten in das Gesicht schlägt und mit den Füßen in den Unterleib tritt.

    (…)

    Woher rührt dieses Phänomen bei einigen sehr kinderreichen Zuwandererfamilien aus dem türkischen, aber noch stärker aus dem arabischen Raum? Üblicherweise werden soziale Ursachen angeführt. Auch ist die Rede von Flüchtlingstraumata. “Meine” Angeklagten sind allerdings überwiegend in Deutschland geboren und haben deshalb keine Traumatisierung erlebt.

    Das in diesem Zusammenhang nahezu reflexartig vorgebrachte weitere Argument von “vierzig Jahren verfehlter Integrationspolitik” verfängt allmählich nicht mehr. Natürlich gab es hier Versäumnisse. Eine vernünftige Strategie hätte neben Integrationskursen auch den verpflichtenden Erwerb der deutschen Sprache regeln sollen. Integration ist ein Vertrag auf Gegenseitigkeit. Wer hierfür plädierte, wurde jedoch schnell der “Zwangsgermanisierung” bezichtigt. Wer mahnte, dass es nicht förderlich sei, die Ballung von Zuwanderergruppen in bestimmten Bezirken zuzulassen, stand ebenfalls gleich in der “rechten Ecke”. So zauderten die Regierungen, egal welcher Couleur, von einer Legislaturperiode in die nächste.

    Es gibt zudem in Deutschland zugewanderte Menschen, die nie vorhatten, sich einzufügen, sondern schon immer in einer parallelen, in einigen Fällen rein kriminell ausgerichteten Struktur gelebt haben und aus meiner Sicht weitgehend beabsichtigen, damit fortzufahren.”

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-71892545.html
    Claus sagt:
    14. November 2010 um 23:21

    ?Hatem sagte: “Sie haben ein Buch von Christian Pfeiffer genannt, über dessen Inhalt Sie nichts sagen können. Und das soll der Beweis dafür sein, dass es eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Integration muslimischer Zuwanderer gab?”

    In der Tat, das wäre eine lächerliche Behauptung gewesen. Deshalb habe ich sie nicht getätigt. Hingegen habe ich im Rahmen meines Von-Sarrazin-Nichts-Neues-Beweises behauptet, dass jeder, der sich für das Thema interessiert, sich schon zuvor hatte informieren können. Sie Schelm, der Sie das Gegenteil behauptet hatten.

    Hatem sagte: “Haben Sie nicht mitbekommen, dass erst Sarrazin mit seinem Buch diese Debatte angeschoben hat? Oder wollen Sie es nicht mitbekommen?”

    Wenn man davon absieht, dass die angebliche Debatte in weiten Teilen ein Kesseltreiben ist, dass ich mich längst dazu geäußert habe, warum das Kesseltreiben mit dem Buch von Sarrazin ausbrach, davon abgesehen, haben Sie recht. Sie Schelm, schon wieder.

    Hatem sagte: “Sie haben ein Buch von Christian Pfeiffer genannt, über dessen Inhalt Sie nichts sagen können.”

    Gucken wir mal, das Buch hat den Titel:

    Migration und Kriminalität, Untertitel: Ein Gutachten für den Zuwanderungsrat der Bundesregierung

    Können Sie lesen? Können Sie verstehen, was Sie lesen? Wissen Sie, dass man sich selbst informieren kann, wenn man etwas nicht verstanden hat? Oder sind Sie ein Schelm?

    Hatem sagte über die denkbare Dekoration seiner Wohnung: “Bisher bin ich noch bei jedem Besuch in der “alten Heimat” von Taxifahrern oder Cafégästen mit Hitlergruß begrüßt worden, wenn sie mitbekamen, dass ich in Deutschland lebe. Wenn ich mir das verbeten habe, stieß ich auf Unverständnis.”

    Sollte Ihnen zu denken geben. Ist Ihnen denn niemals der Gedanke gekommen, dass Sie auf Unverständnis stießen, weil Sie sich so charmant über die Menschen eines bestimmten Glaubens äußern?

    Wikipedia schreibt zum Beispiel über Rassismus:

    “Rassismus zielt dabei nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall die Existenz der anderen in Frage.”

    Und Sie äußern sich zum Beispiel so über Muslime und deren Religion:

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-310

    Nein, natürlich hat Islamismus nichts mit dem Islam zu tun. So wie Alkoholismus ja auch nichts mit Alkohol zu tun hat.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-320

    Ich sehe es in meiner Familie ganz klar: Wer religiös ist (in diesem Fall Muslim oder Muslima) hält sich selber in beschränktem Denken. Und stellt den Heiligen Qur’an über die allgemeinen Menschenrechte.

    Wer sich selber freimacht, von den Fesseln des Islam, lebt besser und als toleranterer Mensch als zuvor.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=60&cpage=1#comment-176

    Und ich weiß nicht, warum ich eine Religion verteidigen sollte, die Ungläubige verachtet, Konvertiten mit dem Tode bedroht und Homosexuelle für minderwertige Menschen hält.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=60&cpage=1#comment-182

    Aber ich denke, dass Sie genauso gut wie ich wissen, dass viele Muslime Ungläubige, Christen und Juden als verachtenswert ansehen.

    Ich bin Araber, ich weiß, wie verbreitet diese Sicht ist.

    Und ich kenne diese Verachtung nicht nur aus Berliner Problemkiezen, sondern auch aus Kairo oder Damaskus oder von Saudis. Und da hat es nun garantiert keinen sozialen Hintergrund.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=60&cpage=1#comment-202

    Für einen gläubigen Muslim wird es immer einen Konflikt geben zwischen weltlichen Gesetzen und dem was der Heilige Qur’an sagt.

    Und im Zweifelsfall muss er die Scharia immer über das Grundgesetz stellen.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=75&cpage=1#comment-238

    Sie wollen offensichtlich nicht begreifen, was Integration bedeutet. [... Es geht darum], dass man die Sprache des Landes lernt, in das man kommt. Und sich an die Gesetze hält, statt die Scharia über das Grundgesetz zu stellen, wie es leider viele Muslime tun.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=75&cpage=1#comment-257

    Menschen, die die Scharia über das Grundgesetz stellen, gibt es in Berlin genug. Es sind zum Beispiel all jene, die - zum Teil vor laufenden Kameras - den Mord an HATUN SÜRÜCÜ gerechtfertigt haben. [...]

    Die Araber in meiner Familie, die gute Karrieren gemacht haben, egal ob in der “alten Heimat” oder in Deutschland, sind die, die am wenigsten religiös sind. Sie sind nur noch pro forma Muslime. Oder haben sich sogar ganz losgesagt von den Fesseln dieser Religion. [...]

    Umso mehr bin ich genervt von denen, die sich nicht integrieren wollen und ein schlechtes Licht auf alle Migranten werfen. Und davon gibt es, zumindest in Berlin, viel zu viel. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber der Hauptgrund liegt für mich ganz klar in einer Religion, die die Aufklärung erst noch vor sich hat.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=75&cpage=1#comment-314

    Sie müssen schon differenzieren zwischen verschiedenen Zuwanderergruppen. Polen oder Spanier dürfen sicher als integriert bezeichnet werden und weisen keine wesentlich höhere Arbeitslosigkeit aus als Deutsche. Ganz anders sieht es aus bei der größten Gruppe der Zuwanderer. In Berlin sind 40% der Türken arbeitslos.

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-267

    Der religiöse Fanatismus vieler Konvertiten ist beängstigend.

    Gerade unter den Muslimen aus Deutschland, die Terroranschläge vorbereiten, sind viele Konvertiten (siehe Sauerland-Gruppe).

    —

    http://lamya-kaddor.de/blog/?p=78&cpage=1#comment-309

    [Die wenigen Terroristen, die Hatem unter 100.000 Konvertiten präsentieren konnte, werden durch gefühlte Dunkelziffern aufgefüllt, um ein Bedrohungsszenario aufrechtzuerhalten:]

    Ach Claus, es ist ja nun nicht so, dass sich Terroristen ordentlich und freiwillig zählen lassen.

    —

    Das Ende der Litanei ist erreicht. Von positiven Seiten des Islams wusste Hatem leider weniger zu berichten. Sollte ich nichts übersehen haben, war es genau:
    Nichts.
    Und Sie, lieber Hatem, wundern sich, dass ich mir eine Swastika an Ihrer Wand vorstellen kann?

    Handeln wir noch die Intensivtäter ab, da Sie offenbar die Finger von Frau Heisig nicht lassen können. Wie ich schon schrieb, ist Organisierte Kriminalität wenig geeignet, um allgemeine Integrationsprobleme zu erörtern. Ein paar Fakten sollten das schnell klarmachen. Laut Heisig haben wir es in Berlin mit ca. 550 Intensivtätern zu tun, die zu einem großen Teil libanesischen und türkischen Clans zuzurechnen sind, die offenbar als mafiöse Gebilde bezeichnet werden dürfen. Von diesen Clans gibt es bundesweit zehn bis zwölf mit insgesamt mehreren Tausend Mitgliedern. Die Clans setzen gezielt Minderjährige für ihre kriminellen Machenschaften ein. Dazu:

    a) Diese Tausende muss man, bei aller Besorgnis, in Relation zu den ca. vier Millionen Muslimen sehen, die zum allergrößten Teil gesetzeskonform leben. Und nicht mit einer kriminellen Motivation eingewandert sind (was Heisig von den Clans vermutet).

    b) Nochmals den Fokus speziell auf Intensivtäter: Wenn der Islam das Hauptproblem ist, was machen wir dann mit Jugendgangs, die sich in Neukölln auch aus Schwarzen oder Roma zusammensetzen? Oder aus sog. Russlanddeutschen, die auch nicht immer ohne sind?

    c) Wir haben es in sozialen Brennpunkten wie Neukölln mit 12-jährigen Jugendlichen zu tun, die in der Hauptschule hocken und wissen, dass die Gesellschaft für sie keine Chancen mehr bereithält. Was für Auswirkungen wird dies wohl auf die Psyche und die Einstellung zur Gesellschaft haben, Hatem?

    d) Nicht im Auszug des Spiegels, sondern im Buch verweist Heisig darauf, dass die vietnamesische Zigarettenmafia nach denselben Mustern handelt. Keine Muslime.

    e) Die italienische Mafia hat sich ebenfalls in Deutschland eingenistet. Muslime oder Katholiken?

    Wir haben es also zum einen mit OK zu tun, wo sich natürlich auch autochthone Deutsche finden. Und zum anderen, Ghetto ist kein Spaß, mit sozialen Problemen.
    Hatem sagt:
    16. November 2010 um 16:42

    Tolle Fleißarbeit, @claus.
    Aber dass ich vielen Dingen im Islam kritisch gegenüberstehe, müssten Sie doch schon längst mitbekommen haben?

    Und um Sie zu trösten: Alewiten (ich glaube, ich erwähnte es schon) sind mir sehr sympathisch und ich habe große Achtung vor der Liberalität der Alewiten.
    (Leider sehen das Sunniten und Schiiten nicht so. Von Wahabiten und Salafisten ganz zu schweigen.)

    Und dass Sie meinen, mich als Nazi diffamieren zu müssen, sagt nur etwas über Sie selber aus.
    Hatem sagt:
    16. November 2010 um 18:46

    Und @claus, dass ich in der “alten Heimat” auf Unverständnis stoße, wenn ich mir den Hitlergruß verbitte, hat seine Ursache in einer so einfachen wie falschen Überlegung derjenigen, die glauben, mir mit dem hochgereckten Arm eine Freude zu machen:
    Sie sehen in mir den Araber UND Deutschen, glauben also den perfekten Judenhasser und vielleicht auch Nazi-Verehrer vor sich zu haben.

    Das sollte einem intelligenten Menschen wie Ihnen eigentlich klar sein.

    Wenn Ihnen dieses Phänomen bisher nicht bekannt war, dann informieren Sie sich mal über Mohammed Amin al-Husseini, islamischer Geistlicher und palästinensischer arabischer Nationalist aus einer der einflussreichsten Familien Jerusalems.

    “Amin al-Husseini spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des modernen Antisemitismus im arabischen Raum und der Zusammenarbeit von islamistischen Antisemiten mit den Nationalsozialisten. Er war überzeugter Befürworter der Vernichtung der europäischen Juden im Deutschen Reich. Er knüpfte Kontakte zu den Nationalsozialisten, gewann die Unterstützung durch deutsche Führungskreise und lebte ab 1941 in Berlin. Al-Husseini war Mitglied der SS und betrieb Propaganda für Deutschland in arabischer Sprache. In der Spätphase des Zweiten Weltkrieges half al-Husseini auf dem Balkan bei der Mobilisierung von Moslems für die Waffen-SS. Der französische Innenminister erklärte im Mai 1945 rückblickend, al-Husseini sei die „Leitfigur deutscher Spionage in allen muslimischen Ländern“.

    Nach dem Krieg wurde al-Husseini in mehreren europäischen Staaten als Kriegsverbrecher gesucht. Er fand in Ägypten Asyl, von wo aus er seine Ideen weiterverfolgte.”

    Weiteres hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini

    Wenn man diese Dinge weiß, sind die Hitlergruß-Episoden nicht mehr sehr überraschend.
    Claus sagt:
    17. November 2010 um 16:43

    Mohammed Amin al-Husseini, lieber Hatem, ist also Schuld, dass Taxifahrer Sie mit ausgestreckter Rechten begrüßen? Na, ich denke, den Gruß kassieren Sie, weil Sie mit al-Husseini unterstellen, Taxifahrer seien Nazis.

    Werden Sie erwachsen. Und machen Sie sich keine Sorgen, es besteht noch Hoffnung. Auch für Sie.

    http://www.youtube.com/watch?v=bJW2KjB2T2Q
    Hatem sagt:
    17. November 2010 um 21:34

    Lieber Claus, es lässt sich nicht leugnen, Sie betrachten die Welt nach dem Motto: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Aber auch für Sie besteht noch Hoffnung, nehmen Sie einfach die ideologische Brille ab.

    Mütterlicherseits stamme ich übrigens aus einer VVN-Familie.
    Wenn Sie nicht wissen sollten, was das heißt: Google hilft.
    Claus sagt:
    19. November 2010 um 11:42

    Hihi, zu der Insidernummer gesellt sich das Naziopfer. Bin gespannt, was da noch alles kommt.
    Hatem sagt:
    21. November 2010 um 19:42

    Nee, Claus, wieder falsch verstanden.

    Nicht ich bin ein Nazi-Opfer. Sondern mütterlicherseits haben mutige Deutsche gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Und dafür bitter bezahlt.
    Die paar Idioten, die mich mal auf der Straße oder in der U-Bahn wegen meines undeutschen Aussehens angegriffen haben, würde ich nicht unter Nazis, sondern höchstens unter dumpfe Rassisten verbuchen.

    Aber so leid es mir tut, Sie sollten endlich von Ihrem Automatismus “Islamkritiker müssen Nazis sein” runter kommen.

    Religionen - auch und gerade dem Islam - kritisch gegenüberzustehen, sollte für jeden Menschen, der humanistische Grundwerte vertritt, Pflicht sein. Denn dazu gehören eben die Gleichberechtigung der Frau genauso wie die Achtung von Homosexuellen.
    Claus sagt:
    22. November 2010 um 02:31

    Dann verhält es sich also so: Zur Insidernummer gesellen sich die familiären Naziopfer. *lol*
    Hatem sagt:
    22. November 2010 um 19:02

    Wer lesen kann, ist im Vorteil. Ich habe nicht behauptet, Nazi-Opfer zu sein.

    Das hat @claus nur gern so verstehen wollen.

    Also, Claus, bitte merken:
    Menschen, die Religionen (u.a. dem Islam) kritisch gegenüberstehen, sind nicht automatisch Nazis oder Rassisten.

    Wenn Sie dies endlich verstehen und akzeptieren, war unser Meinungsaustausch ja vielleicht doch zu etwas nützlich.

    Einen schönen Tag.
    leisegang sagt:
    21. Februar 2011 um 06:50

    Neuer Rückblick, gute Argumente: http://www.jungewelt.de/2011/02-15/019.php

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Kommentare: 1
  • #1

    thetruth (Sonntag, 28 Dezember 2014 02:24)

    Ich hoffe du Miststück kriegst Tittenkrebs und verreckst elendich, dich und deine Scheiß Hinterwäldlerkultur und Religion gehört ins Mittelalter verpiss dich!

 

 

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