Mo

08

Aug

2011

...und der Islam hat doch Europa beeinflusst?

Nein, die Religion des Islam hatte nie Einfluss auf Europa. Oder?

 

Hier ein kleiner Beitrag, der zum Nachdenken anregt. Bernhard von Clairvaux, der berühmte Zisterzienser-Abt und einer der wichtigsten Kreuzzugspropagandisten aus dem 12. Jahrhundert, schrieb einst in einem seiner Aufrufe zur Teilnahme am Kampf im Heiligen Land:

Könnte Gott nicht mehr als 12 Legionen von Engeln senden oder nur ein Wort sagen, und das Heilige Land würde frei werden? Ihm steht durchaus auch das Können zu Gebote, sooft er will. Aber, ich sage euch, der Herr euer Gott stellt euch auf die Probe… Der Herr hat nämlich Erbarmen mit seinem Volk, und den Gefallenen bietet er mit der Sündenvergebung eine heilsame Arznei.“

 

Im Koran heißt es, 47/4-6:

„Wenn Gott wollte, wahrlich, er hätte selber Rache an ihnen (den Gegnern) genommen; aber er wollte (nicht unmittelbar eingreifen, vielmehr) die einen von euch (die gläubig sind) durch die anderen (die nicht gläubig sind) prüfen. Und diejenigen, die für seine Sache kämpfen, niemals wird er ihre Wege in die Irre leiten. Er wird sie rechtleiten und ihrem Herzen Frieden geben. Und er wird sie ins Paradies eintreten lassen, von dem er ihnen Kenntnis gegeben hat.“

 

Bernhard von Clairvaux schrieb weiter:

„Bist du ein kluger Kaufmann... kündige ich dir einen vorteilhaften Handel an. Sorge dafür, dass er dir nicht entgeht. Nimm das Kreuzeszeichen und für alles, was du reuigen Herzens bekennst, wirst du auf gleiche Weise Ablass erlangen. Das Holz selbst kostet wenig, wenn man es kauft. Wenn es demütig auf die Schulter genommen wird, ist es ohne Zweifel das Reich Gottes wert.“

 

Im Koran 61/10-12, heißt es:

„O, ihr Gläubigen, soll ich euch auf einen Handel hinweisen, der euch vor schwerer Strafe bewahren wird? (Dann rate ich euch:) Glaubt an Gott und seinen Propheten und kämpft unter Einsatz eures Vermögens und in eigener Person für Gottes Sache. Das ist das Beste für euch, wenn ihr richtig zu urteilen wisst! Er vergibt euch dafür eure Sünden und führt euch in Gärten, in denen Bäche fließen, und in gute Wohnungen in den Gärten von Eden. Das ist das große Glück.“

 

Die Parallelen, auf die einst Albrecht Noth bereits hingewiesen hat, sind erstaunlich. Es ist historisch gut möglich, dass Bernhard den Korantext in lateinischer Übersetzung gekannt hat. Einen Beweis dafür gibt es allerdings nicht.

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Kommentare: 12

  • #1

    Burak (Dienstag, 09 August 2011 11:09)

    Ich denke diese ähnlichen Argumentationen ergeben sich durch den Rückgriff, den die Religionen machen müssen gegenüber skeptischen Gläubigen, die zugleich an die Allmacht Gottes glauben und diese fürchten sollen, dennoch die Pflicht haben die Prophezeiung Gottes zu verkünden, ohne seine Macht in Anspruch zu nehmen, welche ja in der Lage wäre diese Lage komplett nach seinen Vorstellungen zu verändern.

  • #2

    Sevket (Donnerstag, 11 August 2011 11:54)

    Aber klar doch hat der Islam die europäische Kultur beeinflusst - Europa ist die Summe aus vielem - auch aus dem Islam.....
    Danke für die Gegenüberstellung - die Gelehrten von damals hatten ein großes Interesse Dinge von Dritten zu übernehmen wenn es dem eigenen intellektuellen Fortkommen diente und sie gegeüber ihrem Mikroksomos gelehrter erscheinen lies - da hat man sicher auch Dinge aus anderen Glaubensbekenntnissen übernommen wenn sie der eigenen Argumentation dienlich waren. Und da wir nunmal alle Menschen sind gibt es in jeder Couleur Punkte die in unserem eigenen kleinen Reich genauso zählen - also übernehmen wir sie. Insofern ist es einfach nur Schwachsinnig zu behaupten der Islam hätte Zentraleuropa nicht beeinflusst, oder noch besser - Deutschland in seinem Wesen und Geiste heute sei gewachsen OHNE jegliche Einwirkung von "Außen" ..... Sevgiler, Sevket

  • #3

    New user (Mittwoch, 24 August 2011 01:35)

    Wäre es nicht interessant ? herauszufinden, ob die Passagen von Bernhard von Clairvaux in der Bibel zu finden sind. So muss man nicht unbedingt beweisen, dass er den Koran kennt.

  • #4

    Rudi Gems (Sonntag, 28 August 2011 06:54)

    Das ist noch gar nichts! überlegt mal wie die Lemminge, heute in der Politik und der Presse Einfluss genommen haben? Man kann sich auch an allen Strohhalmen klammern. Natürlich, hat jede Kultur, Dinge, die durchaus gesellschaftlich interessant sein können. Daraus aber ableiten zu wollen, das man dadurch, auch die Pflicht habe, den Islam zu akzeptieren, halte ich für eine gewagte Theorie. Sollen wir uns dann genauso, auch wie die Leminge verhalten, weil sie unsere Kultur beeinflusst haben? Man ist das Öde, sich mit Muslimen auseinandersetzen zu sollen!

    Worin liegt denn der Reiz, den der Islam zu bieten hat? Ich kann fast ausschließlich nur Nachteile erkennen.

    Grüße, Rudi Gems

  • #5

    New user (Sonntag, 28 August 2011 21:38)

    Herr Gems, Hier geht's doch um den Einfluss des Islam und nicht um die Auseinandersetzung mit den Moslems. Abgesehen davon, ist es von Vorteil diese Auseinandersetzung voranzutreiben, denn dadurch wird den Horizont anderen Bürger sehr wahrscheinlich erweitert. Also schon eine positive Entwicklung.

  • #6

    Kurt (Samstag, 30 Juni 2012 02:56)

    ......Solange der Liberal-Islamische Bund nicht in der Lage ist, Begriffe zu definieren, Inhalte zu formulieren und ein strukturelles Angebot herzustellen, ist auch keine weiterführende inhaltliche Debatte möglich. Dass ständige Aufwärmen von Schlagwörtern befeuert nur islamophobe Stereotypen, die Frau Kaddor teilweise selber übernimmt und auf die muslimische Community überträgt. Doch auf diese Weise verursacht sie eher ein Stirnrunzeln bei jenen, mit denen sie ursprünglich doch ins Gespräch kommen wollte. Aber ging es denn überhaupt jemals um einen solchen Dialog? Oder ging es eigentlich von Anfang an um den Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen? Für die neuen theologischen Lehrstühle und den islamischen Religionsunterricht werden in den nächsten Jahren finanzielle Ressourcen bereitgestellt. Es geht um Einfluss, Geld, Stellen und berufliche Perspektiven. Anscheinend rechtfertigt dies bei einigen, auf der Klaviatur des Alarmismus einige Töne mitzuspielen und unbedachte pseudo-theologische Schnellschüsse abzufeuern. In Debatten die Führung zu ergreifen, bedeutet auch, souverän Scheindebatten und Profilierungsversuche zu durchschauen, zu thematisieren und zur Seite zu schieben. Dies erfordert den Mut auch gegenüber der öffentlichen Meinung unzeitgemäß zu sein und stattdessen neue Diskurse anzustoßen......

  • #7

    Kurt (Samstag, 30 Juni 2012 02:57)

    http://islam.de/20577

  • #8

    buytadalafilonline (Mittwoch, 07 November 2012 15:37)

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  • #9

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  • #10

    redenschreiber (Freitag, 02 August 2013 12:28)

    "Es gibt keinen Humor, es gibt kein Gelächter, es gibt keinen Spaß im Islam."
    Ruhollah Chomeini

  • #11

    blattmacher (Sonntag, 27 Oktober 2013 10:17)

    Die Frage ist rhetorisch und kann eigentlich nur zu der sich hier und in anderen Foren wiederholenden Kindergarten-Diskussion führen. Natürlich beeinflussen wir uns gegenseitig. Das gilt für die Vergangenheit und in immer stärkerem Maße für die Gegenwart. Und so sehr ich die Haltung islamischer Konservativer verstehen kann, Teile der "Freien Welt" abzulehnen, ist es dennoch nicht möglich, sich gegen Veränderungen zu wehren. Noch nie war es so wichtig, dass der Islam sich öffnet gerade weil wir nicht auf den islamischen Einfluss verzichten können und dürfen. Fundamentalisten und Hardliner führen - auf allen Seiten - dazu, Diskussionen zu verhindern. Politisches Engagement muss sich gegen jede Form der Engstirnigkeit und Dummheit wenden.

  • #12

    PierrederVogel (Dienstag, 28 Oktober 2014 16:46)

    Herzlichen Glückwunsch, sie wurden soeben aus dem Islam ausgeschlossen. Während sich der Vogel Pierre zu IS und seinen Halsabschneidern lieber nicht theologisch äußert - da er sie ja nicht genug kennt - ist es für ihn kein Problem sie aus dem Islam zu kegeln.

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